Saalfeld/Saale


Saalfeld/Saale
Saalfeld/Saale,
 
Kreisstadt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen, 240 m über dem Meeresspiegel, in einer Talweitung der Saale am Nordrand des Thüringer Schiefergebirges, 32 000 Einwohner; medizinische Fachschule, Thüringer Heimatmuseum, Saale-Galerie (Gegenwartskunst), Thüringer Landestheater Eisenach-Rudolstadtsaalfeld/Saale, REHA-Kliniken; elektronische Industrie, Werkzeugmaschinen-, Hebezeugbau, Schokoladenfabrik; Eisenbahnknotenpunkt. Im Südwesten der Stadt die Feengrotten: in einem stillgelegten Bergwerk (1543-1846 Alaunschiefergewinnung) entstanden farbige Tropfsteine, v. a. aus Diadochit (Eisenhydrogenphosphat).
 
 
Rathaus (1529-37); Stadtpfarrkirche Sankt Johannis (14.-16. Jahrhundert), eine dreischiffige gotische Hallenkirche, mit figurenreichem Tympanon (um 1390-1400), gotisches Heiliges Grab (um 1400) und Holzskulptur des heiligen Johannes (um 1505); Marktapotheke, ursprünglicher Wohnturm des Stadtvogts (1180); Barockschloss (1677-1720) mit Kapelle (1704-14); Schloss Kitzerstein (1521/22); Burgruine »Hoher Schwarm« (12.-13. Jahrhundert) mit Wohnturm (14. Jahrhundert); Franziskanerkloster (13.-16. Jahrhundert; heute Museum); Stadtbefestigung mit vier Stadttoren (13.-15. Jahrhundert), im Stadtteil Graba Santa Gertrudiskirche (15. und 18. Jahrhundert) mit großem spätgotischen Flügelaltar (um 1518/20).
 
 
Saalfeld/Saale, ursprünglich ein 899 erstmals bezeugter Hof, entwickelte sich im 10./11. Jahrhundert zu einem bedeutenden Königshof. Über verschiedene Herren kam Saalfeld/Saale 1057 an den Erzbischof von Köln, der 1071 ein Benediktinerkloster (1526 aufgehoben) gründete. Der befestigte Königshof samt der bei ihm entstandenen Siedlung wurde von Friedrich Barbarossa um 1180 für das Reich zurückerworben. Er ließ die planmäßig angelegte Stadt Saalfeld/Saale gründen, deren Stadtrecht 1208 bezeugt wird, und die im 16. Jahrhundert durch den Bergbau auf Silber und Kupfer eine wirtschaftliche Blüte erlebte. Seit 1389 stand Saalfeld/Saale im Besitz verschiedener ernestinischer Linien; seit 1680 bestand das Fürstentum Sachsen-Saalfeld, seit 1735 Sachsen-Coburg-Saalfeld. 1826 fiel Saalfeld/Saale an Sachsen-Meiningen.
 
In einem Vorhutgefecht der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt bei Saalfeld/Saale fiel am 10. 10. 1806 Prinz Louis Ferdinand von Preußen.

Universal-Lexikon. 2012.

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